Klarstellung zur Beratung des Bundesvorstandes der Piratenpartei


Nachtrag:

Gemeinsames Statement des Beratungsteams des Bundesvorstandes der Piratenpartei

Wir schreiben dies, um gegenüber den öffentlich geäußerten  Darstellungen bezüglich der Position und des Auftrages von Robert Stein-Holzheim und Prof. Dr. Riehm Klarheit zu schaffen.

Robert Stein-Holzheim war offiziell eingeladen, als zusätzlicher Berater am besagten Meeting des BuVos in Dresden teilzunehmen. Das Arbeitsverhältnis der beiden Berater ist das des Beauftragten der Partei  für Strategische Kommunikation in Kooperation mit einem supervidierenden Kollegen. Das Team wurde von den Anwesenden um schriftliches Feedback zum Meeting gebeten. Es wurden keine spezifischen Anforderungen an das Feedback gestellt. Das Leaken des Arbeitspapieres verurteilen die Berater aufs Schärfste.

Prof. Dr. Philipp Riehm      Robert Stein-Holzheim     6. Mai 2013

Executive Summary:

  • Es geht nicht um ein ‚Gutachten‘, sondern um das von allen Anwesenden vereinbarte schriftliche Feedback zur ersten gemeinsamen Sitzung mit den Kommunikations/Strategie Beraterteam.
  • Beide Berater tragen das sog. ‚Dritte Paper‘ inhaltlich vollständig. Robert ist der Autor.
  • Das Papier wurde vom Vorstand mit „Ja, ist halt so“ inhaltlich angenommen.
  • Das Papier wurde nicht an alle MdBuVo weitergeleitet.
  • Das Papier ist klar ‚Eyes only‘ für die Mitglieder des Bundesvorstandes.
  • Ich habe das Papier nach Absprache der Berater an die MdBoVo weitergeleitet.
  • Das Papier war wesentlich ein konstruktives Beratungsangebot auf Basis der Situationsanalyse.
  • Robert berät auf Wunsch von Mitgliedern den BuVo nicht mehr intern

 

Wiesbaden, 29.04.2013

Erläuterung und Klarstellung
Mir ist zu Ohren gekommen, dass es in Bernd Schlömers Sprechstunde am 22.04.2013 zu Diskussionen um die Ergänzung des Feedback-Berichtes des Beraterteams Prof. Dr. Dr. Philipp Riehm und mir, Robert Stein-Holzheim gekommen ist. Ich war nicht dabei. Inzwischen habe ich jedoch eine, von unterschiedlichen Quellen übereinstimmende, recht klare Darstellung erhalten. Diese Inhalte fand ich, gelinde gesagt, eine Zumutung. Um irgendeiner weiteren Gerüchtebildung vor zu beugen, erscheint es mir für alle Beteiligten wichtig, einige Eckpunkte unmissverständlich klar zu stellen.

1. Es handelt sich um kein ‚Gutachten‘. Vielmehr haben sowohl Philipp als auch ich nach unserem allerersten Briefing-Gespräch in ganzer Runde mit dem Bundesvorstand uns darauf verständigt, jeder zunächst für sich nieder zu schreiben, was wir aus dem Gespräch gelernt haben. In einem zweiten Schritt haben wir unsere beiden Schriftstücke kombiniert zu einem Gesamt-Feedback-Report. Das ist die übliche Vorgehensweise.

2. Der erste Report wurde allerdings nicht vollständig abgegeben. Die möglicherweise für die Beteiligten zu ‚heftigen‘, weil unverblümt direkten Erkenntnisse wollte Philipp unseren Auftraggebern zunächst nicht zumuten. Wichtig zu wissen ist, dass beide Berater inhaltlich zu allem stehen, was wir geschrieben haben. Ich zu Philipps Schlussfolgerungen wie auch Philipp zu meinen Ausführungen. Es handelt sich also keineswegs um meine alleinige persönliche Einschätzung, sondern um die des Beratungsteams. Wir beide agieren seitdem natürlich auch gemeinsam auf dem Boden dieser, unserer beider, Erkenntnisse.

3. Ohne das Wissen um ‚Das, was der Fall ist‘ ist eine sinnvolle Beratung auf dem Boden des Erkennbaren überhaupt nicht wirksam möglich. Typischerweise verliert die Beratung sich dann in sogenannten Stellvertreter- oder Alibi-Thematisierungen. Daher habe ich darauf gedrungen, auch den nicht so leicht zu verdauenden Teil des Scripts den Mitgliedern des BuVos zur Verfügung zu stellen, um produktiv mit ihnen und für sie arbeiten zu können.

4. Philipp erschrak zunächst bei dem Gedanken an die Reaktion aller Mitglieder des BuVos in Bezug auf die Systemische Analyse. Und zwar deshalb, weil sie – auch seiner dediziert geäußerten Meinung nach – den Mitgliedern des Bundesvorstandes einen planen Spiegel darbot. Dazu muss man wissen, dass der Klient, der BuVo, sich ja in Philipp, eben einen sehr vorsichtig agierenden Berater engagierte, der gerade nicht das System mit seinen Wahrheiten direkt konfrontiert, sondern schont, um keine Störung in der Zusammenarbeit zu erzeugen.

5. Meine Handlungsweise für den Kunden ist da aus meiner über 10jährigen systemischen Beratungspraxis (ja, ich besitze auch die dazu anerkannten Zertifizierungen) eine andere. Der Auftraggeber, Klient, Patient , werauchimmer – muss die Diagnose kennen, um die Chance auf Veränderung oder Heilung zu erhalten. Also lieferten wir das vollständige Feedback dann doch noch schriftlich nach. Als ich erfuhr, dass diese Erkenntnisse des Beraterteams aus Gründen gar nicht allen Mitgliedern des BuVos zugänglich gemacht wurden, hat mich das sehr nachdenklich gemacht.

6. Um die Entscheidung, ob und wie mit den Erkenntnissen zu verfahren sei, überhaupt zur Kenntnis und damit in die Wahlmöglichkeit aller Mitglieder des BuVos zu bringen, habe ich mich dann entschieden, allen Mitgliedern des BuVos per Email den Bericht zukommen zu lassen. Diesen Schritt haben die Berater zuvor besprochen.

7. Über die für mich ‚überraschenden‘ Feedbacks der Angeschriebenen will ich mich hier nicht äußern. Diese sind Sache zwischen den Beratern und den Beratenen. Dies gilt auch für das Papier an sich, dass aus prinzipiellen Gründen nicht für die Öffentlichkeit gedacht sein kann und darf. Gleichzeitig wurde von mehreren MdBuVo ausgedrückt, auf meine Beratung zukünftig verzichten zu wollen.

8. Zur Position von Robert in Bezug auf den BuVo und den Auftrag: Beauftragter Berater  des BuVo‘  für Strategische Kommunikation ist Prof. Dr. Dr. Philipp Riehm. Das ich offiziell nach Dresden eingeladen wurde, liegt an der sehr fruchtvollen Kooperation von Philipp und mir in der BTW-Strategiegruppe. Insofern hatte ich ein vom BuVo ausgesprochenes piratiges Beratungs-Mandat, aber eben keine formelle Beauftragung. Das komplette Feedback allerdings ist voll vom Auftrag gedeckt, mehr noch: Ohne diese Erkenntnisse hätte der Beratungsprozess von unserer Seite direkt seinen Sinn verloren.

9. Es gab – und gerade das gehört für mich zur Aufgabe eines strategischen Kommunikationsberaters – eine komplette Video-Präsentation mit einem BIG_Vision-Konzept als Gesprächsgrundlage, um eine kraftvolle Vision mit dem BuVo zu weiter zu entwickeln und für die Partei zu kreieren. Man kann niemanden um eine ‚Vision‘ bitten. Insofern ging diese Leistung tatsächlich als einzige über den Beratungsauftrag hinaus.

Ergo: Riesenaufwand, minimales Ergebnis. Na gut. Politik ist für mich: Ein klares Ziel und ein langer Atem. Ich werde auch in Zukunft mit allen Menschen in der Partei zusammenarbeiten, die sich bewegen und andere aktiv bewegen wollen.

Robert Stein-Holzheim

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7 Antworten zu “Klarstellung zur Beratung des Bundesvorstandes der Piratenpartei

  1. Mir gefällt das nicht.
    Ich vermag auch den Sinn nicht einzusehen, sofern sich das Papier auf die strategische Kommunikation innerhalb des BuVor beschränkt – das wäre nämlich die einzig zulässige Erklärung für die Beschränkung der Veröffentlichung auf die BuVor-Mitglieder. Denn die werden sich wahrscheinlich bereits in 2 Wochen etwas anders zusammen setzen und dass nach der BTW (oder schon früher) der BuVor so bestehen bleibt, ist nicht notwendigerweise anzunehmen.
    Weit wichtiger wäre m.E. die Außenwirkung, der Partei wie auch die des BuVor in seiner Gesamtheit wie auch einzelner seiner Mitglieder. Das freilich wäre eine Angelegenheit, die nicht auf den BuVor beschränkt werden dürfte, was die Informationen über Beratungsergebnisse betrifft.
    Der gesunde Menschenverstand erzählt mir, dass das Eine vom Anderen nicht zu trennen ist.

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  2. Vielen Dank für diese Erklärung.
    So wie ich das verstehe, war dieses „Dritte Paper“ 1 Bericht, in dem gewisse Informationen über mehrere Personen standen und dieser 1 Bericht wurde an mehrere Personen gesendet, so dass Person A auch die Infos über Person B-F lesen konnte?
    War dieses Vorgehen wirklich notwendig? Wäre es nicht auch möglich gewesen, für jede Person 1 Bericht zu schreiben und diesen nur dieser Person zukommen zu lassen?
    Ich denke, Sie hätten so vielleicht auch eine ablehnende Reaktion erhalten, jedoch wäre der Wille zur weiteren Zusammenarbeit jetzt vielleicht noch vorhanden. Z.B. weil die Piraten für den Schutz personenbezogener Daten stehen.
    Arbeiten Sie als Berater sonst nur mit Einzelpersonen?

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  3. Pingback: Interessante Links und Nachrichten 26.04.2013ff - Pirat Aleks A.

  4. Ich bekomme wenig vom BuVo mit. Aber Das was ich mitbekomme, hat nichts anderes erwarten lassen. Einige Menschen möchten sich eben nicht weiterentwickeln und auch nicht’s Negatives über sich hören.
    Und genau das schient mir bei vielen Mitgliedern des BuVo der Fall zu sein.

    Und hier sehe ich auch die Ursache für viele der gravierenden Probleme, die sogar an mich als an Tratsch uniterssiertes Mitglied vordringen.

    Es ist traurig, dass diese „Problembären“ sich dann auch noch gegen Hilfe sperren. Ich bin froh, dass wir größtenteils dezentrale Strukturen haben. Genau aus solchen Gründen.

    Danke für eure Arbeit, danke für die Klärung Robert.

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  5. > Gleichzeitig wurde von mehreren MdBuVo ausgedrückt, auf meine Beratung zukünftig verzichten zu wollen.

    Hattest Du dafür Geld verlangt, oder das unentgeldlich als Parteimitglied gemacht?

    Leider sind manche Vorstandsbesetzungen kritikresistente Egomanen, die das mit dem Feedback genausowenig kapiert haben, wie die von der Leyen das mit der Freiheit im Internet kapiert hat.

    Wie kann man nur auf guten Rat spucken? *verständnisloskopfschüttelnd*

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  6. Pingback: Diskussion um (nicht beauftragtes?) geleaktes Gutachten des Bundesvorstandes bescheinigt schlechte Noten | Popcorn Piraten

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